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05.08.2013

Überdurchschnittlich viele Hüfterkrankungen bei Säuglingen in Ostbayern

Die Ursachen sind unbekannt / Professor Dr. Grifka: Ultraschall-Untersuchungen sind der Schlüssel zur frühzeitigen erfolgreichen Behandlung

Bad Abbach - Störungen bei der Entwicklung des Hüftgelenks - die sogenannte Hüftdysplasie - sind die häufigste orthopädische Erkrankung bei Säuglingen. Drei von 100 Neugeboren sind deutschlandweit davon betroffen. In Ostbayern ist der Anteil deutlich höher. "Die Ursachen dafür kennen wir nicht. Umso wichtiger ist es aber für Eltern in unserer Region, auf Symptome dieser Erkrankung, zu achten", sagt Professor Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach.

Prof. Dr. Reinhard Graf bei der Untersuchung des Hüftgelenks eines Säuglings mit Ultraschall. Foto: Orthopädische Universitätsklinik Bad Abbach

Bei der Hüftdysplasie ist die Ausbildung der Hüftpfanne beim Säugling gestört. Das kann zu Verformungen des Hüftgelenks führen.

Besondere Aufmerksamkeit ist Professor Grifka zufolge angesagt, wenn
- ein neugeborenes Kind eines oder Beine ausgesprochen ungern und wenig bewegt
- Oberschenkel und Gesäßfalten auf unterschiedlicher Höhe sind oder
- sich die Beine des Kindes nicht gleichmäßig abspreizen lassen.

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, führt das zu frühzeitigem Verschleiß im Hüftgelenk häufig mit der Notwendigkeit für einen späteren Hüftgelenkersatz.

"Das Risiko für eine Hüftdysplasie steigt, wenn in der Familie bereits solche Hüfterkrankungen aufgetreten sind oder wenn Kinder durch Kaiserschnitt, nach Steißlage oder zu früh geboren wurden", sagt Professor Grifka. Seine Empfehlung: Die Hüften von Neugeborenen auf jeden Fall bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag) vorsorglich mit Ultraschall untersuchen lassen.

Bei frühzeitiger Behandlung bestünden beste Heilungschancen. "Würde dies versäumt, seien Operationen im Kindes- oder Jugendalter oft sogar die Operation von Säuglingen im Alter von vier oder fünf Monaten unvermeidlich", sagte Dr. Jan Matussek, Leiter der Sektion Kinderorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach.

Die Ärzte der Orthopädischen Uniklinik in Bad Abbach bemühen sich seit Jahren um eine Intensivierung der Vorsorgeuntersuchung bei Säuglingen, angesichts der Häufung von Hüftdysplasien in Ostbayern. Erst kürzlich gelang es mit Unterstützung der Vielberth-Stiftung, Professor Dr. Reinhard Graf für eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema zu gewinnen. Professor Graf ist einer der Pioniere der Hüftgelenksonografie, also der Erkennung der Hüftdysplasie mit Hilfe von Ultraschall, dem die Entwicklung dieser schmerzfreien und sicheren Diagnostik zu verdanken ist.
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Für weitere Informationen bzw. Rückfragen wenden Sie sich bitte an joachim.grifka@klinik.uni-regensburg.de
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