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19.03.2014

Orthopädische Klinik, Asklepios-Klinikum Bad Abbach

Volkskrankheit Rückenschmerzen: Schnell operieren ist oft nicht sinnvoll

Bad Abbach - Neun von zehn Menschen leiden im Laufe ihres Lebens einmal an Rückenschmerzen. Neben den akuten Problemen stellt der chronische Rückenschmerz, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule, eine besondere Herausforderung für den Behandler dar. Wobei grundsätzlich gelten sollte: "Operieren nur, wenn es wirklich nötig ist. In den meisten Fällen ist die konservative Therapie ohne chirurgischen Eingriff ebenso erfolgreich", sagt Prof. Dr. Joachim Grifka, der Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach bei Regensburg.

Die Behandlung von akuten und chronischen Rückenschmerzen ist ein Kompetenzschwerpunkt des Klinikums Bad Abbach. "In den meisten Fällen sind der Verschleiß der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule die Hauptursache für chronischen Rückenschmerz", berichtet Professor Dr. Grifka aus der Praxis. Dazu gehören die Bandscheibenvorwölbung, der Bandscheibenvorfall, die Verengung des Wirbelkanals, die schmerzhafte Narbenbildung nach erfolgter Wirbelsäulenoperation, der schmerzhafte Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke und auch das Wirbelgleiten.
Fakt ist: In den meisten Fällen muss nicht sofort zum Messer gegriffen werden. Im Interesse des Patienten ist sehr oft ein konservative, also nicht operative Behandlung sinnvoller. Und auch hier wird zunächst zumeist auf ambulante Therapie gesetzt, erst in einem zweiten Schritt bei Bedarf auf mehrtägige stationäre Aufenthalte. Ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, stehen beispielsweise im Klinikum Bad Abbach zunächst gezielte nervennahe Injektionen und Infiltrationen teils auch unter Röntgen-Kontrolle auf dem Behandlungsplan. Begleitet werden die Injektionen von krankengymnastischen Übungen, physikalischen Maßnahmen, wie Wärme- und Stromanwendungen und Wassergymnastik. Ergänzend erlernt der Patient Übungen der Rückenschule und Entspannungstechniken.

Der Zusammenhang zwischen chronischem Schmerz und der Psyche gilt mittlerweile als erwiesen. Deshalb werden im Bedarfsfall auch Psychologen in die Behandlung eingebunden. "Schlüssel für die hohe Erfolgsquote der konservativen Rückenschmerz-Behandlung hier an unserem Klinikum ist die gezielte Abstimmung der verschiedenen Therapiemaßnahmen im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie."

Führt dieser Weg nicht zum optimalen Erfolg, gibt es heute ein breites Spektrum operativer Möglichkeiten. Notwendig wird dies oft bei anhaltenden Beschwerden aufgrund von einer Wirbelkanal-Einengung (Spinalkanalstenose) oder bei voluminösen Bandscheiben-verlagerungen mit Lähmungserscheinungen. "Wir setzen dabei auf moderne mikrochirurgische Verfahren, bei denen der Spinalkanal über einen kleinen Hautschnitt mit Hilfe des Operationsmikroskops erweitert oder - bei schweren Bandscheibenvorfällen - ausgetretenes Bandscheibenmaterial entfernt wird. Vorteile dieser minimierten Operationstechnik sind die geringe Gewebebeeinträchtigung. Zudem werden die Patienten nach dem Eingriff viel schneller wieder fit", sagt Professor Grifka.

Eine weitere häufige Erkrankung der alternden Wirbelsäule ist der Osteoporose bedingte Wirbelkörperbruch aufgrund der altersbedingt zunehmenden Brüchigkeit der Knochensubstanz. Falls hier chirurgische Eingriffe notwendig sind, werden die Wirbelsäulenkörper mit Hilfe der Kyphoplastie mikroinvasiv stabilisiert. Dies ist ein erfolgreicher Weg, die Schmerzen schnell zu lindern, und den Patienten schnellstmöglich wieder auf die Beine zu bringen.
Nur in sehr seltenen Fällen, wie z.B. bei gleitenden Wirbeln und Instabilität, muss klassisch operiert werden, um eine notwendige Verblockung der Wirbelkörper zu erreichen.

Grundsätzlich werden einzelne Therapien im Klinikum der Universität Regensburg in Bad Abbach flexibel und ausschließlich im Interesse des Patienten gewählt. Operiert wird nur, wenn sinnvoll und unbedingt notwendig.

Foto: Fotolia


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