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18.07.2018

Kinder-Orthopädie: Kinder sind KEINE kleinen Erwachsenen

Die Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern stellt Orthopäden vor ganz besondere Herausforderungen / "Laiendiagnosen" der Eltern: Ängste in vielen Fällen unbegründet

Bad Abbach -  Wenn Erwachsene zum Orthopäden gehen, sind meist Schmerzen, Gelenk- oder Rückenprobleme die Ursache. Kommen Kinder zum Orthopäden sind die Auslöser in der Mehrzahl der Fälle "Laiendiagnosen" von Eltern, die durch konkrete oder vermeintliche Wachstumsprobleme ihrer Kinder beunruhigt sind. "Bei bis zu 80 Prozent aller Sprechstundenkontakte verweisen Eltern auf mögliche Plattfüße, runden Rücken, hängende Schulter, O- oder X-Beine oder ähnliches", sagt Oberarzt Dr. Jan Matussek, Leiter der Kinderorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach. Diese Beobachtungen sind wichtig. Eltern bei normalen Wachstumsveränderungen aber auch die Angst zu nehmen, ist eine Schlüsselaufgabe für die Ärzte in der Kinderorthopädie. Experten aus der ganzen Region diskutierten deshalb aktuell bei einem Symposium  mit Unterstützung der Vielberth Stiftung zum Thema "Wachstum und Proportionen" in Bad Abbach.

Kinder haben andere Probleme im Bewegungssystem als Erwachsene. Das Wissen um die Entwicklung des heranreifenden Skeletts, der Gelenke, Muskeln und Sehnen bei Kindern erfordert vom Arzt fundierte Spezialkenntnisse. Durch die Einbindung in unser Kliniknetzwerk stehen in der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach aber auch der Kinderorthopädie alle Möglichkeiten modernster Diagnostik, zum Beispiel Computertomographie, Magnetresonanz-Tomographie oder Sonographie zur Verfügung.

Oft sind Veränderungen an der Knochenstruktur harmlos. "Es kann aber durchaus Gründe zur Behandlung bei Kindern geben", sagt Dr. Matussek. Wichtigste Behandlungsfelder sind dabei erfahrungsgemäß unter anderem die Korrektur von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparats sowie von Fehlstellungen im Bereich der Arme, Beine und der Wirbelsäule vom Säuglingsalter bis zum Ende der Pubertät.

Operative Eingriffe sind zwar selten, sind aber zum Beispiel bei Schiefstellungen (Deformitäten) des Rumpfes, der Beine oder der Füße erforderlich, berichten die Ärzte. Moderne Operationsverfahren zur Wachstumslenkung in der Kinderorthopädie sind schonend und zugleich hoch effizient. Dazu zählen zum Beispiel Magnet angetriebene Wachstumsstäbe an der Wirbelsäule, die starke Rückenverkrümmungen im Verlauf des Größerwerdens quasi unsichtbar ausgleichen und bei der Begradigung helfen.

Kleine einsetzbare Spangen und Klammern können das Wachstum der langen Knochen von Oberschenkel und Schienbein aus der Achsfehlstellung heraus beeinflussen. Moderne Implantate können helfen, das Wachstum kindlicher Gelenke und Knochen hin zu normalen Körperproportion und zur Symmetrie zu beeinflussen.

"Unser Ziel hier im Asklepios Klinikum in Bad Abbach ist es, einerseits auch bei Kindern das gesamte Know-how und Diagnose-Potenzial des Universitätsklinikums zu nutzen, andererseits die Belastungen für Kinder wie Eltern so gering wie möglich zu halten", sagt Dr. Matussek. Vor allem die Vermeidung eines stationären Klinikaufenthaltes bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern soll und kann Kinder wie Eltern entlasten. "Für uns gelten die Grundsätze: wenn immer möglich, konservativ behandeln statt zu operieren und ambulant vor stationär", so der Leiter der Kinderorthopädie in der Universitätsklinik. Als Beispiel nennt er die Korrektur von Verformungen an den Füßen. Diese wurde früher in der Regel operativ korrigiert. Heute erfolgt die Behandlung zum größten Teil im Rahmen von ambulanten Gipswechseln und es bedarf meist nur noch eines kleinen operativen Eingriffes zur Achillessehnenverlängerung.

Selbstverständlich ist in Bad Abbach auch die Möglichkeit zum "Rooming-in", also das Angebot für ein Elternteil während des Krankenhausaufenthalts mit dem kleinen Patienten in der Klinik zu wohnen.

Foto: Fotolia


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